Zwei erlebnisreiche Wochen im Deutschen Bundestag

Bund

Mit offenen Augen und Ohren:
Zwei erlebnisreiche Wochen im Büro des Bundestagsabgeordneten Albert Weiler

Politiker?- Die tun doch sowieso nichts. Diesen Vorwurf muss man sich leider oft anhören, doch nach zwei Praktikumswochen weiß ich, dass Parlamentarier einen 24/7 Job haben. Ich hatte die Gelegenheit, mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Weiler und seinem Team eine große Bandbreite von Ereignissen und Aufgaben in der Bundespolitik zu erleben.

Gleich an meinem ersten Tag begrüßte mich der Bundestagsabgeordnete Albert Weiler persönlich in der Wilhelmstraße 65. Meine Freunde daheim hatten gescherzt, dass es doch in Berlin Brauch sein müsse, ganze Straßenzüge nach Praktikanten zu benennen. Dass Albert Weiler genau dieselbe Anspielung auf meinen Vornamen machte, nahm mir sogleich die anfängliche Anspannung. Nach einem herzlichen Gespräch mit seinen Mitarbeitern, bekam ich einen eigenen Arbeitsplatz und eine Rechercheaufgabe zum Thüringer Wahlkreis von Albert Weiler noch dazu. Das Telefon wurde mir dabei zum hilfreichen Freund und Begleiter, denn ich merkte sofort, dass mit der Kommunikation alles steht und fällt.

Da der Beginn meines Praktikums in eine Sitzungswoche des Bundestages fiel, konnte ich Albert Weiler zu mehreren offiziellen Terminen begleiten. Im Bundesverkehrsministerium wurde vom Minister Alexander Dobrindt ein Förderbescheid für den Breitbandausbau im Saale-Holzland-Kreis überreicht, wofür sich Herr Weiler intensiv eingesetzt hatte. Dabei fördert die Bundesregierung den Ausbau des schnellen Internets mit bis zu 50.000 Euro. Da ich aus dem ländlichen Brandenburg komme, war es für mich besonders interessant zu lernen, wie selbst kleine Gemeinden aus ganz Deutschland im digitalen Zeitalter mithalten können.

Bei der Preisverleihung „Sterne des Sports“ trafen wir auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sterne des Sports“ ist eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Volksbanken Raiffeisenbanken, die Vereine für ihr herausragendes gesellschaftliches Engagement würdigen. Meine Aufgabe bestand jedoch nicht nur darin, taugliche Fotos zu machen, sondern auch Pressemitteilungen zu verfassen. Mich freute dabei besonders, dass mir von Anfang an verantwortungsvolle Aufgaben übertragen wurden und ich somit das Team aktiv unterstützen konnte. Bei Fragen hatten meine Kollegen immer ein offenes Ohr, wobei ich aber dennoch selbstständig arbeiten konnte. Beides schätze ich sehr.

Es blieb jedoch nicht bei den Themen Wirtschaft und Sport. Bald wurde mir auf besondere Weise bewusst, wie unterschiedlich die Tätigkeitsfelder eines Abgeordneten tatsächlich sind: Beim Treffen mit dem Orlamünder Carnevals Verein zum karnevalistischen Empfang in der Landesvertretung Thüringen herrschte beste Stimmung und ausgelassene Fröhlichkeit. Keine zwei Tage später hielt die Holocaustüberlebende Prof. Dr. Ruth Klüger eine eindrückliche Gastrede im Bundestag, nachdem sie sich zu einem Gespräch mit Albert Weiler getroffen hatte.
Trotz seines straffen Terminplans nahm sich Albert Weiler auch Zeit für Gespräche mit mir. Es sind diese Dinge, die meiner Meinung nach mein Praktikum besonders bereichert haben: eine Erfahrung oder ein guter Rat von einem Menschen mit politischem Sachverstand und menschlicher Haltung sind unbezahlbar.

Von den Zuschauerplätzen beobachtete ich die Arbeitsweise des Ausschusses für Arbeit und Soziales, in dem Albert Weiler Mitglied ist. Die Themen Zuwanderung und demografischer Wandel führten mir vor Augen, dass er sich als Sozialpolitiker mit einer sehr komplexen und umfangreichen Thematik auseinandersetzt. Doch genügt es nicht, sinnvolle Gesetze auszuarbeiten, sondern man muss ihren Inhalt auch den Menschen vermitteln können. Aus diesem Grunde bildete der Kontakt mit dem Wahlkreis einen weiteren Schwerpunkt meiner Arbeit.

Mein Ziel war es, durch das Praktikum mit offenen Augen und Ohren, Einblicke in die Prozesse und Verhältnisse des politischen Alltags zu gewinnen. Nun, zum Ende meiner Praktikantenzeit, kann ich zum einen feststellen, dass eine motiviertes Team und eine sehr gute Organisation Voraussetzungen für die Arbeit eines Parlamentariers sind. Zum anderen sind die „alltäglichen“ Aufgaben selten Routinesache, denn auf veränderte Umstände muss anders reagiert werden, um dabei auch eine zukunftsfähige Lösung zu entwickeln.

Ohne Zweifel war mein Praktikum bei Albert Weiler die optimale Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Es hat mich außerdem in dem Wunsch bestärkt, Politikwissenschaften mit internationalem Fokus zu studieren. Weil mir diese Bestätigung als Abiturient wichtig ist, kann ich Interessierten nur empfehlen, selbst einmal hinter die Kulissen zu schauen. Ich bin für die ehrliche Unterstützung von Albert Weiler und seinen Mitarbeitern sehr dankbar. Ganz sicher werden mich die Erfahrungen von der Zeit in der Wilhelmstraße auf meinem zukünftigen beruflichen Weg begleiten.

Praktikumsbericht von Wilhelm Emmrich, 18 Jahre, Abiturient am Paul-Fahlisch-Gymnasium Lübbenau/Spreewald