Weiler: Was zählt mehr?

Ben Koppe Ländlicher Raum, Landwirtschaft, Thüringen, Umwelt

SHK/SOK/Saalfeld-Rudolstadt. – Es sieht ganz danach aus, dass der Wolf Thüringen endgültig erreicht hat. Kaum hat die neue Saison für Thüringens Schäfer begonnen, mehren sich auch schon die Berichte von Wolfsrissen im Freistaat. Erst in der vergangenen Woche wurde ein Wolf in den Wäldern zwischen Saale-Holzland-Kreis und Saale-Orla-Kreis gesichtet. Während Tierschützer die Ankunft des vor Jahrhunderten ausgerotteten Raubtiers feiern, bereitet der neue Nachbar vielen Thüringern Sorgen, allen voran den Landwirten.

Der direktgewählte Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (CDU) ist selbst Jäger und kennt als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft die Ängste und Sorgen rund um den Wolf. „Die Tiere finden in unserer dicht besiedelten Kulturnatur in Ostthüringen einfach keinen artgerechten Lebensraum. Sie werden ständig durch den Menschen gestört, was mitunter zu Fehlverhalten führen kann. Die reale Gefahr für den Menschen ist insofern schwer abschätzbar“, sagt Weiler.

„Bei aller Tierliebe muss man sich ernsthaft die Frage stellen, was mehr zählt – das Leben eines einzelnen Wolfs oder das unzähliger Schafe? Es ist unseren heimischen Schäfern und Viehzüchtern nicht zuzumuten, dass ihre Existenz zunehmend vom Wolf bedroht wird“, meint Weiler weiter. „Herdentiere wie Schafe tragen einen großen Beitrag zur Pflege unserer Landschaft bei. Sie lassen sich schlecht durch Zäune schützen und auch vor Hütehunden und dem Menschen haben einige Wölfe bereits die natürliche Scheu verloren. Der Wolf gehört meiner Meinung nach in Regionen, wo er genügend Lebensraum hat, aber nicht nach Ostthüringen!“