Weiler warnt: Wirtschaftskrise statt Klimakrise

Ben Koppe Deutschland, Energie, Ländlicher Raum, Thüringen, Umwelt

Der direkt gewählte Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (CDU) sieht in der aktuellen Debatte um den Klimawandel die konkrete Gefahr, dass sich niemand für das wandelnde Wirtschaftsklima interessiert.

„Wir sind auf dem Weg in eine Rezession, aber das interessiert niemanden und es geht auch keiner am Freitag für die Wirtschaft demonstrieren. Stattdessen machen wir es unserer Industrie, vor allem den Autobauern immer schwerer und sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Bei der Diskussion um Fridays for Future und die Senkung des CO2-Ausstoßes, handelt es sich meiner Einschätzung nach, um eine medial völlig überzogene Debatte, die aus einer Großstadtblase heraus erwachsen ist. Uns im ländlichen Raum in Thüringen ist Klimaschutz auch wichtig. Aber er muss mit Sinn und Verstand sein. Wenn man nicht in Erfurt oder Jena wohnt, sondern auf dem Dorf, ist man nun einmal auf sein Auto angewiesen. Hier gibt es zumeist keine vernünftige Anbindung an Bus oder Bahn. Da sollten die Klimaschutzmaßnahmen ansetzen. Die Erhöhung der Pendlerpauschale nützt unseren Rentnern auf dem Land, die einkaufen oder zum Arzt fahren, auch nichts“, so Weiler.

„Globale Probleme werden wir nicht lösen, indem wir mehr Elektroautos bauen. Ganz im Gegenteil. Wir beuten die Welt aus, um unseren CO2-Ausstoß, der mit 2% gemessen am weltweiten Ausstoß sehr gering ist, um eine Nachkommastelle zu senken. Das verbietet doch schon der gesunde Menschenverstand. Und die Grünen beharren auf ihren weltfremden Maximalforderungen und wollen damit sehenden Auges unseren ländlichen Raum zerstören. Was wir brauchen, sind Innovationen, statt Reglementierungen. Ich arbeite beispielsweise seit Jahren mit einer bayrischen Firma an einem System, dass Wasserstoff nutzbar macht und so Autos und Schiffe CO2 neutral betreiben könnte. In Forschung und innovative Technologien muss also investiert werden.

Es ergibt für mich überhaupt keinen Sinn, monatelang um irgendwelche Maßnahmen zu streiten, die überhaupt keinen Einfluss auf das weltweite Klima haben. Wir müssen Vernunft walten lassen, statt Symbolpolitik zu betreiben. Wir müssen unser Augenmerk schleunigst wieder auf unsere Wirtschaft lenken. Die aktuelle Debatte geht an der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen völlig vorbei und bringt auf dem Land nichts als Unmut und Ängste zum Vorschein. Aus Berlin wird keiner zu uns nach Thüringen kommen und den Landwirten und Rentnern im ländlichen Raum erklären, was mit ihren Traktoren oder den alten Ölheizungen in Zukunft passieren soll. Das ärgert mich maßlos“, so Weiler abschließend.