Weiler setzt sich für Berufsschulzentrum Göschwitz ein

Arbeitsmarkt, Bildung

Bundestagsabgeordneter Albert H. Weiler: „Einschnitte für Berufsschulzentrum Jena-Göschwitz nicht hinnehmbar.“
 
Gera/Jena/SHK.- Dem Berufsschulzentrum Jena-Göschwitz (SBSZ) droht durch den Netzplan für die staatlichen berufsbildenden Schulen in Thüringen für das Schuljahr 2014/2015 der Verlust von Landesfachklassen in mehreren Berufsfeldern. Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Gera, Jena und den Saale-Holzland-Kreis, Albert H. Weiler (CDU), besuchte vor dem Hintergrund dieses Sachverhaltes das SBSZ. Er erörterte gemeinsam mit Schulleiter Frank Weingart, seinem Stellvertreter Götz Patzer, Lehrer Matthias Wolf und dem Leiter des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Jena/Saale-Holzland-Kreis, Richard Brömel, die aktuelle Situation vor Ort.
 
„Für mich ist es unverständlich, dass in einem ersten Schritt mit Hilfe von Fördermitteln des Freistaates in Göschwitz eine moderne Ausbildungsstätte mit erstklassigen Fachkabinetten entsteht, die Kultusminister Christoph Matschie in einem zweiten Schritt durch die Abgabe von Ausbildungsangeboten in andere Regionen wieder ausdünnen möchte“, sagt Bundestagsabgeordneter Albert Weiler.
 
Am Standort Jena sind mit den Vorschlägen des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) Einschnitte in den Bauberufen sowie im Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft absehbar. Die Bauberufe sollen ohne Ausgleichsmaßnahme nach Gera und die Berufsfelder Ernährung sowie Hauswirtschaft in überregionale Fachklassen verlagert werden. Der CDU-Politiker begrüßt grundsätzlich, dass auch die Berufsschule in Gera ein attraktiver Standort für junge Menschen ist. Dies sei seines Erachtens wichtig und längst überfällig. Allerdings gibt er zu bedenken: „Es ist unverantwortlich, die Auszubildenden der hiesigen Betriebe und Unternehmen auf lange Schulwege zu schicken. Der Berufsschulstandort muss den steigenden Schülerzahlen und dem Bedarf der Unternehmenslandschaft in Jena gerecht werden.“
 
Schulleiter Frank Weingart sieht in den Plänen zur Verlagerung der Berufsfelder vor allem einen Widerspruch zum Wunsch des Ministeriums, die inklusive Beschulung in den Berufsschulen weiterzuentwickeln. Für eine inklusive Beschulung seien vor allem einfache Tätigkeiten in den handwerklichen Berufsfeldern vorzuhalten. Eine Verlagerung jener Berufsfelder führe jedoch jene Ministeriumswünsche ad absurdum.
 
Dem Vorsitzenden des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Jena/Saale-Holzland-Kreis, Richard Brömel, fehlt vor allem das Leitbild für die berufsbildenden Schulen in Thüringen. Hier sei das Ministerium gefragt. Auch der Zweck der berufsbildenden Beschulung müsse näher hinterfragt werden. Laut Brömel sei für das TMBWK die zentrale Frage, ob die Berufsschulen den Unternehmern die Fachkräfte zur Verfügung stellen, die sie vor Ort benötigen. Demnach seien vor allem dezentrale und regionale Beschulungslösungen notwendig.
 
Bundestagsabgeordneter Albert Weiler wird sich in der Frage der Verlagerung verschiedener Berufsfelder und der Schwächung des Berufsschulstandorts Jena in einem Brief an Minister Christoph Matschie wenden. „Für mich sind die geplanten Einschnitte für das Berufsschulzentrum in Jena-Göschwitz nicht hinnehmbar“, betont Christdemokrat Weiler abschließend.

(Pressemitteilung vom 17. Februar 2014)