Weiler referiert über Lobbyismus

Kunst und Kultur, Soziales, Wissenschaft

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Gera, Jena und den Saale-Holzland-Kreis, Albert H. Weiler (CDU), folgte der Einladung von Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Michael Opielka an die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und referierte zum Thema „Lobbyismus in der Sozialpolitik – Erfahrungen und Probleme am Beispiel der Rentenpolitik“.

Zu Beginn der Veranstaltung gewährte der Bundestagsabgeordnete den Zuhörern einen Einblick in seine berufliche Laufbahn, sein ehrenamtliches Engagement sowie in seinen politischen Werdegang. Albert Weiler ist seit seinem Einzug in den Deutschen Bundestag Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales. Über seine Ausschussarbeit schlug Weiler eine Brücke zur Sozialpolitik und zum Lobbyismus: „In einer parlamentarischen Demokratie werden die meisten Entscheidungen der Parlamente vor der Abstimmung in Ausschüssen vorbereitet. Der Bundestag mit seinen Ausschüssen greift bei seiner Gesetzesarbeit neben der Zuarbeit der Ministerien auf den geballten Sachverstand der zahlreichen Verbände zurück und lässt sich für seine politische Entscheidungsfindung beraten“, hielt der Bundestagsabgeordnete während der Veranstaltung fest.

Seine persönlichen Erfahrungen mit Lobbyismus schätzt der Arbeitsmarktpolitiker positiv ein: „Die Intention von Interessengruppen ist nicht wertfrei, aber wertvoll. Um den komplexen Themen und Fragestellungen in der Politik gerecht zu werden, ist es notwendig, sich Argumente, Meinungen und Perspektiven von verschiedenen Seiten anzuhören. Zumeist entdecke ich Schnittmengen zwischen verschiedenen Interessengruppen. In diesem Fall versuche ich zwischen verschiedenen Anliegen zu vermitteln und einen Kompromiss zu suchen. So gelang es auch mit meiner Hilfe und Vermittlung, dass die Sozialkassen der Bauwirtschaft, genannt SOKA-BAU, ihren Bauleuten auch weiterhin eine arbeitgeberfinanzierte überbetriebliche Altersversorgung gewähren können“, konstatiert Weiler.

In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion hatten die anwesenden Studierenden die Möglichkeit, ihre Fragen an den Bundestagsabgeordneten zu richten. Albert Weiler brachte den Anwesenden den Alltag eines Parlamentariers sowie die politische Praxis ein Stück näher und warb dafür, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Sein abschließender Aufruf an die Studierenden, sich zu engagieren und unabhängig  von der persönlichen politischen Ausrichtung seine Gestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen, wurde mit zustimmendem Applaus bedacht.

Die Diskussionsreihe zur Sozialpolitik soll den Studierenden der Fachhochschule einen Einblick in parlamentarische Prozesse gewähren und sie für das Feld der Sozialpolitik mit ihren vielen Facetten sensibilisieren. Eingeladen waren zu verschiedenen Veranstaltungen Fachpolitiker aus Thüringen, die entweder dem Landtag oder dem Bundestag angehören. Die Veranstaltungsreihe, die von Michael Opielka vom Fachbereich Sozialwesen geleitet wird, fördert den gedanklichen Austausch von Studierenden und Parlamentariern und steht zugleich allen Hochschulangehörigen und Alumni der Ernst-Abbe-Hochschule offen.