Weiler fordert mehr Fernverkehr auf der Saalbahn ab Dezember 2017

Verkehr

Der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (CDU) hat sich beim Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, um eine verbesserte Taktung des Fernverkehrs auf der Saalbahn eingesetzt. Mit der Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke von Nürnberg über Erfurt nach Leipzig ist Ostthüringen ab Dezember 2017 nicht mehr in den Fernverkehr der Deutschen Bahn integriert.

Erst ab 2023 plant die DB Fernverkehr AG, auf der Strecke der Saalbahn Intercity-Züge einzusetzen und Ost- und Südthüringens wieder an den Fernverkehr anzubinden. Weiler fordert, für den Zeitraum des Verlustes der ICE-Verbindung die Region nicht gänzlich abzukoppeln.

Bereits mehrfach hatte daher Weiler den Erhalt des Fernverkehrs für Ost- und Südthüringen thematisiert. Mit dem Fahrplanwechsel von 2017 auf 2018 ist der Wegfall der Saalbahn und der damit verbundenen Fernverkehrsanbindung für Jena, Saalfeld und die Region vorgesehen. Nach einem Gespräch im November hatte Weiler als Ergebnis festgehalten, dass für die wegfallende ICE-Verbindung eine attraktive Kompensation zu schaffen sei. Die Bahn wolle seinen Vorschlag prüfen, einen integrierten Fern- und Nahverkehr zwischen Berlin und Nürnberg mit komfortablen sowie schnellen Zügen im Zweistundentakt einzuführen.

In dem jüngsten Brief formuliert Albert Weiler: „Als Hochtechnologie-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort hat sich Jena in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten ostdeutschen Wachstumskerne entwickelt und wirkt als Magnet zur Ansiedlung neuer Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen. Eine überdurchschnittliche Erreichbarkeit Jenas ist unerlässlich. Die international ausgerichteten Unternehmen sowie Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sind auf eine funktionierende Anbindung an andere Großstädte in Deutschland angewiesen.“

Doch auch für Saalfeld bedeutet der Abschluss des Verkehrsprojekt VDE 8.1 „den vollständigen Verlust seiner Anbindung an den Fernverkehr bis zum Jahr 2023. Eine Ersatzmaßnahme ab Dezember 2017 ist bisher nicht vorgesehen und ist gleichzusetzen mit einem vollständigen Funktionsverlust der Saalbahn-Strecke“, schreibt Weiler. „Die Bedeutung Saalfelds als Knotenpunkt des Fernverkehrs für die Deutsche Bahn ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen“.

Weilers Fazit: Ein mangelndes Angebot als Ersatz für den ICE-Halt gefährdet die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Er ersucht, die jetzige Konzeption zu überdenken und in die Planungen eine adäquate fernverkehrliche Lösung für die Saalbahn aufzunehmen. Abgeordneter Albert Weiler hat in seinem Schreiben eine erneute Einladung an Bahnchef Grube zu einem persönlichen Gespräch ausgesprochen.