Weiler fordert Durchfahrtssperren für Geisterfahrer an Autobahnauffahrten

Ben Koppe Bund, Deutschland, Infrastruktur, Verkehr

Am vergangenen Donnerstag starb in Thüringen eine 36-jährige Frau bei einem Unfall, verursacht durch einen Falschfahrer (https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/video-287360.html). Der direkt gewählte Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler (CDU), nimmt diese Tragödie zum Anlass, sich für einen stärkeren Schutz vor Falschfahrern einzusetzen. In einem Brief an den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert der Abgeordnete den Einsatz geeigneter Mittel, um den Schutz vor Geisterfahrern auf Deutschlands Straßen auszubauen.

„Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Falschfahrer. Da ich selbst, wie auch Millionen andere Menschen, berufsbedingt sehr viel mit dem Auto unterwegs bin, ist das für mich ein allgegenwärtiges Problem. Es vergeht kein Tag, an dem man nicht im Radio vor Falschfahrern gewarnt wird. Darauf müssen wir endlich entschlossen reagieren.“

Ein Blick in die Statistik alarmiert: im Schnitt gibt es 5 Falschfahrer pro Tag. Das sind etwa 2000 Geisterfahrten jährlich, von denen 80 im Unfall enden und 20 Menschen pro Jahr deshalb ihr Leben verlieren. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Geisterfahrten dürfte dabei weit höher liegen.

Selbstmordabsicht. Geisterfahrer, die absichtlich oder durch den Einfluss von Drogen und Alkohol falsch auf die Autobahn auffahren, lassen sich durch herkömmliche Beschilderungen nicht abhalten.

„Die bereits vor Jahren unter Verkehrsminister Ramsauer eingeführten Warntafeln, sind offensichtlich nicht ausreichend, um falsches Auffahren zu verhindern. Deshalb fordere ich, dass an Autobahnauffahrten sogenannte Krallen in die Fahrbahn eingelassen werden. Beim Auffahren in falscher Richtung, werden die Reifen dann sofort zerstochen und eine Weiterfahrt unmöglich. Das ist die einzige effektive Maßnahme, um Leben zu retten“, so Weiler.

Zusätzlich zu physischen Hindernissen für falsches Auffahren, kann sich Weiler auch eine Anhebung des Strafmaßes für Falschfahrer vorstellen. Momentan wird eine Falschfahrt laut Strafgesetzbuch §315c mit einer Geldzahlung oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Wenn kein Unfall geschieht, dann wird ein Bußgeld von mindestens 200€ und ein einmonatiges Fahrverbot verhängt. „Falschfahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern endet oft tödlich. Deshalb bin ich davon überzeugt,  dass das Mindeststrafmaß für Falschfahrten angehoben werden muss. Geisterfahrer sollten außerdem nach dem Fahrverbot einer Art Eignungsprüfung bestehen müssen, bevor der Führerschein wieder ausgehändigt wird, da es sich in diesen Fällen immer um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr handelt“, fordert Weiler abschließend.