Weiler befürchtet weitere Provokationen Höckes

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Der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler (CDU) meldet sich in der Debatte um die Dresdner Rede von Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef  Björn Höcke zu Wort und hält weitere Provokationen des früheren Gymnasiallehrers für wahrscheinlich: „Die verächtliche Anspielung auf das Berliner Holocaust-Mahnmal war nicht die letzte inakzeptable Entgleisung des AfD-Politikers. Dieser Mann nutzt die politische Bühne wiederholt ganz gezielt, um vor allem auch bisherige NPD-Wähler auf die Seite seiner Partei zu ziehen. Daher schweigt offenbar auch die breite Masse der AfD-Basis und nimmt Höckes Provokationen dankend zur Kenntnis. Ich gehe davon aus, dass sich sein Ton in den nächsten Monaten, gerade unmittelbar im Angesicht der bevorstehenden Bundestagswahl, weiter verschärfen wird“, konstatiert Weiler.

Auch die Besinnung und ein Einlenken der Mitglieder im Bundesvorstand der AfD, als geeignete Ordnungsmaßnahme in einem zweiten Anlauf sich doch noch auf einen Parteiausschluss des Thüringer Landeschefs zu verständigen, hält Albert Weiler für unwahrscheinlich: „Hinter den offen zu Tage tretenden Machtkämpfen der Rechtspopulisten vermute ich eher eine herausragende schauspielerische Leistung, um sich vor dem Hintergrund des steigenden öffentlichen Drucks eine Rechtfertigung für den ausbleibenden Ausschluss Höckes zurechtzulegen“, so der Bundestagsabgeordnete. Das politische Kalkül der Verantwortungsträger der AfD dürfe nicht unterschätzt werden.

„Im Anschluss an bisherige rechtsextreme Äußerungen, findet sich Björn Höcke gern in der Opferrolle wieder und rechtfertigt seine Worte gemeinsam mit seiner Landesverbands-Gefolgschaft gegenüber der Öffentlichkeit. Ich würde mir vor allem wünschen, dass innerhalb einer demokratischen Partei, als die sich die AfD selbst bezeichnet, eine ehrliche und kritische Auseinandersetzung mit der Person Björn Höcke stattfinden würde. Diese Partei besteht doch am Ende nicht nur aus Höcke-Lemmingen, die das politische Handeln allein ihrem Anführer überlassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch ein gewisses Maß an Unmut innerhalb des Thüringer AfD-Landesverbandes dazu führen könnte, dass diese sich ohne einen Björn Höcke den drängenden politischen Fragen des Freistaats zuwendet. Anstatt mit populistischen Phrasen in Beilagen von kostenlosen Anzeigenblättern die Bürgerinnen und Bürger hinter die Fichte führen zu wollen, erwarten die Menschen in Thüringen einen glaubhaften Gegenentwurf zur Politik der von Ramelow geführten Landesregierung“, hält Albert Weiler abschließend fest.