Weiler als Praktikant in der Moritz-Klinik Bad Klosterlausnitz

Gesundheit

Auf ein Schreiben des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e. V. an die Bundestagsabgeordneten, über der Möglichkeit eines eintägiges Praktikums in einer Klinik, reagierte Albert Weiler sofort und vereinbarte einen Termin mit der Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz.

Am 29.10.2014 war es soweit. Von 8 bis 15 Uhr reichte der Arbeitstag in der neurologisch und orthopädisch-traumatologisch ausgerichteten Fachklinik für Rehabilitation, die unter anderem auch schwerstverletzte Brandopfer behandelt. Der Bundestagsabgeordnete wollte nicht nur zuschauen und die Klinik kennenlernen, sondern richtig mit anpacken. Dafür streifte er den Pflegekittel über. "Ich will als Praktikant die Aufgaben am Rehapatienten mittun, die vom Pflegepersonal täglich geleistet werden müssen", sagt Albert Weiler motiviert.

Nach einem Einführungsgespräch am Morgen mit Verwaltungsleiter Ralf Winkhaus erwarteten ihn große Herausforderung auf seiner ersten Station, der neurologischen Frührehabilitation. "Wir haben Wachkoma-, Schädel-Hirntrauma- sowie schwerstbetroffene Rehapatienten. Alle Aufgaben werden hier vom Pflegepersonal bis hin zur zeitaufwendigen Dokumentation in höchster Qualität geleistet", informiert Stationsleiterin Silke Radeck. Darunter fallen auch die Dekubitus-Prophylaxe – um Druckstellen am Körper sprich Wundliegen zu verhindern – bis zur kompletten Betreuung und Versorgung des Reha-Patienten. Das sei keine leichte Aufgabe, erst recht nicht für Leute, die so etwas noch nie gemacht haben. An der Seite von zwei examinierten Krankenpflegerinnen, Doreen Gemser und Nicole Michaelis, habe sich Albert Weiler sehr gut geschlagen, spricht Silke Radeck dem Politiker ein Kompliment aus. Dieser wiederum zeigte sich sehr beeindruckt von der Leistung der Pflegekräfte. Er selbst habe keine Berührungsängste beim Umgang mit Patienten gehabt. Obwohl es ihm anfangs nicht immer leicht gefallen sei. „Aber spätestens, wenn man am Bett steht, handelt man", sagt Weiler.

"Umso mehr habe ich die Überzeugung erlangt, dass die Arbeit an und mit dem Menschen ein hohes Engagement der Mitarbeiter erfordert. Neben der fachlichen Leistung, die die Gesundheitspflegerinnen und Pfleger zu erbringen haben, müssen sie schwere körperliche Arbeit leisten, und beim Umgang mit den Patienten auch psychologische Aspekte einbringen. Dafür zolle ich ihnen meinen vollsten Respekt", beschreibt der Abgeordnete seine Eindrücke.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit der Klinikleitung und einen ersten Fazit des Vormittages nahm Albert Weiler an einer Therapie in der Brandverletztenrehabilitation teil. In der Ergotherapie konnte der Bundestagsabgeordnete eigene Erfahrungen im Rahmen der Armeo Therapie sammeln. Anschließend nahm er zusammen mit zwei Patienten an einer sehr interessanten und anspruchsvollen Therapie der Logopädin Frau Anke Oertel teil.

Neben seinen praktischen Erfahrungen wollte Albert Weiler aber auch die Probleme direkt vor Ort aufnehmen. So habe er erfahren, dass die akribisch geführte Patientendokumentation jede Menge bürokratischen Aufwand für das Pflegepersonal bedeutet. "Alle Bögen müssen ausgedruckt und jeder Vorgang per Unterschrift abgezeichnet werden. Zeit, die die Pflegekräfte für die eigentliche Arbeit verlieren. Und hier geht es um den Menschen", so der 49-Jährige. Das wolle er unter anderem mit in den Bundestag nehmen und auf Veränderungen drängen. Zudem plädiere er auch mit Blick auf den Demografiefaktor für eine ordentliche Bezahlung des Pflegepersonals.

Weil künftig wesentlich mehr qualifizierte Pflegekräfte gebraucht werden, wolle er sich besonders für einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert von Menschen, die in der Pflege arbeiten, einsetzen. Möglich sein müsse auch für Rehabilitationskliniken, wie die Moritz Klinik, Fördermittel über den Bund zu akquirieren, um zum Beispiel im pflegerischen Bereich über ausreichend Personal verfügen zu können. "In der Verwaltung kann man mal eine Akte am nächsten Tag bearbeiten. Bei der Arbeit mit dem Patienten geht das nicht", erfuhr Weiler. Nicht abreißen lassen, will er den Kontakt zur Fachklinik. Zudem habe er darum gebeten, ihm die Probleme aus Sicht der Klinik schriftlich zukommen zu lassen. Dieser Bitte werde man gern nachkommen, garantierte Verwaltungsleiter Ralf Winkhaus.

„Ich habe heute einen spannenden und lehrreichen Tag als Praktikant in der Moritz Klinik erlebt und bin beeindruckt von der Arbeit, die das Pflegepersonal täglich leistet“, resümiert der Bundestagsabgeordnete und bedankte sich bei der Klinkleitung für die tolle Organisation.