Wähler in den USA spielen die Trump(f) Karte

Aussenpolitik

Donald John Trump wird der 45. Präsident der USA. Nachdem wir über Monate einen befremdlichen Wahlkampf um das Präsidentenamt in den USA beobachten mussten, in dem unappetitliche Angriffe an der Tagesordnung waren, steht nun fest, wer als Sieger daraus hervorging.

Der Wahlsieg von Trump erschütterte die Kapitalmärkte. Die Börsen in Europa und den USA eröffneten mit einem deutlichen Minus. In der deutschen Medienlandschaft überwiegt die Besorgnis über den neuen Präsidenten und auch in der hiesigen Politik sind die Stimmen mehrheitlich skeptisch bis besorgt.

Bei aller berechtigten Sorge kann man aber auch hoffen, dass Trump nun nach der Wahl als Präsident „die Kurve“ bekommt. Er wäre nicht der erste Staatslenker, der, erst einmal ins Amt gewählt, andere Töne anschlägt als vor der Wahl.

Seine Antrittsrede war unerwartet moderat und gegenüber seiner Konkurrentin Hillary Clinton zumindest vordergründig anerkennend. Die Frage der Glaubwürdigkeit seiner Worte drängt sich nach den Monaten des Wahlkampfs, in dem sich nichts geschenkt wurde, auf.

Wir werden sehen, ob nun tatsächlich eine Mauer im Süden der USA gebaut werden wird. Welche Rolle Trump bei der Bewältigung von bewaffneten Konflikten insbesondere auch in Syrien einnehmen wird, bleibt abzuwarten. Ebenso wird sich zeigen, wie sich künftig die außenwirtschaftlichen Verbindungen zu  Europa und dem Rest der Welt entwickeln werden.

Was wir bereits jetzt wissen, Donald Trump versteht es, sich in den Mittelpunkt zu setzen und sich selbst darzustellen. Aber auch er wird schnell merken, dass die Welt sehr klein und eng verwoben ist und die USA Verbündete und wirtschaftliche Beziehungen brauchen. Seine  Verbindungen zu Russland werden ihn dazu bewegen, einen versöhnlicheren Kurs mit Russland anzustreben als es sein Vorgänger tat. Das birgt Risiken auch für uns in Deutschland, könnte uns aber auch Chancen bieten. Und dies nicht nur für die Wirtschaft, sondern ggf. auch bei der Bewältigung der internationalen Konfliktherde.

Viel wird künftig davon abhängen, welche Berater sich Trump holen wird und wie durchsetzungsstark diese ihm gegenüber sein werden. Wenn wir wissen, wie sich sein Beraterteam zusammensetzt, werden wir besser abschätzen können, was wir in den nächsten vier Jahren aus den USA erwarten können.