Stararchitekt entwirft Bettenhaus für Waldkrankenhaus Eisenberg

Gesundheit

Der Südtiroler Star-Architekt Matteo Thun wird das neue Bettenhaus des Waldkrankenhauses Eisenberg entwerfen.
 

Eisenberg. Erst auf der Piazza flanieren, später im Hotelzimmer aus­ruhen – klingt nach einem gelungenen Urlaubstag. Genau diese Wohlfühlatmosphäre, die Entspannung mit Erholung verbindet, sollen die Patienten auch im neuen Bettenhaus des Eisenberger Waldkrankenhauses erleben. Ein Hotel, das als Krankenhaus funktioniert, so lautete die Aufgabe für die Architekten zur europaweiten Ausschreibung des Millionenprojektes, erklärte gestern Geschäftsführer David-Ruben Thies bei der Vorstellung des Siegerentwurfes. Der renommierte Architekt und Designer Matteo Thun überzeugte die Auswahlkommission mit dem ökologisch nachhaltigsten und wirtschaftlichsten Konzept. Davon konnte sich bei ihrem gestrigen Besuch in Eisenberg auch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) überzeugen. "Das Zentrum der Genesung ist der Ort, wo die Natur dominiert", ist der Südtiroler Architekt überzeugt. Die trägt das "Waldkrankenhaus", mitten im Grünen gelegen, sogar schon im Namen. Also verfolgte Thun die Idee vom "Patientenhotel im Wald", in dem sich Funktions- und Wohlfühlräume ergänzen sollen.

An die Zimmer grenzen jeweils Wintergärten an, die sich für Familienbesuche oder den Austausch unter den Patienten anbieten. Auch die geplante "Piazza" – was auf italienisch so viel wie Platz bedeutet – fällt mehr unter die Kategorie Hotel als Krankenhaus. Hier können Patienten gemeinsam essen oder reden. Unter anderem durch ein ausgeklügeltes Lüftungssystem könnte das Krankenhaus erheblich an Betriebskosten sparen: "Ich denke, dass wir einen reduzierten Energieverbrauch von einem Drittel zusichern können", so Matteo Thun. Realisiert werden soll der Entwurf in ­Zusammenarbeit mit der HDR TMK Planungsgesellschaft Erfurt/Leipzig, Spezialisten im ­Gesundheits-, Wissenschafts- und Technologiedesign. "Wir freuen uns auf diese unheimlich spannende Aufgabe, das ist mal etwas ganz anderes", meinte Geschäftsführer Michael Keitel. "Ein großes Kompliment an die Architekten", zollte die Ministerpräsidentin ihren Respekt. 31 Millionen Euro Fördergelder des Freistaates fließen in den Neubau des Betten­hauses, zehn Millionen Euro Eigenmittel steuert das Waldkrankenhaus bei. Vor allem mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie genieße das Haus weltweites Ansehen. "Dabei arbeitet es auch wirtschaftlich erfolgreich, das ist nicht die Regel in der deutschen Krankenhauslandschaft", so Lieberknecht. Der Spatenstich für den Neubau ist im Frühjahr 2015 geplant. Im Herbst 2017 sollen Ärzte, Pflegekräfte und Patienten in das neue Gebäude ein­ziehen können.

Susann Grunert / 19.07.13 / OTZ

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Ministerpräsidentin Lieberknecht in Hermsdorf auf Zukunftstour

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht besucht auf ihrer Zukunftstour "Land und Leute" die Hermsdorfer Firma Micro-Hybrid Electronic GmbH. Sie ist von den Produkten sowie dem Engagement für die Mitarbeiter beeindruckt.

Hermsdorf. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) bedankte sich gestern Nachmittag für die herzlichen Willkommensworte durch den Geschäftsführer Dr. Knuth Baumgärtel und Seniorchef Werner Baumgärtel in der Hermsdorfer Micro-Hybrid Electronic GmbH. Sie sei derzeit auf ihrer Zukunftstour unter dem Motto "Land und Leute" in Thüringen unterwegs, um Ideen und Strategien der Firmen und Mitarbeiter zu erfahren und sie besuche in zwölf Tagen rund 50 Unternehmen. Heute sei sie in einem familienfreundlichen Betrieb zu Gast und nutze die Gelegenheit zur Übergabe der Urkunde "Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen", um die sich die Firma beworben habe.

Martina Glasenapp, sie ist seit 2000 im Unternehmen und heute verantwortlich für Controlling und Finanzen, berichtete der Ministerpräsidentin, dass sie vor 13 Jahren auf der Suche nach einem unbefristeten Arbeitsvertrag in der Firma fündig geworden sei. "Außerdem hat mir das Unternehmen Perspektiven aufgezeigt und mich bei meinem fünfjährigen Fernstudium, welches ich 2005 abschließen konnte, unterstützt", erzählt die 34-Jährige. So komme Micro-Hybrid den Mitarbeitern auch mit flexiblen Arbeitszeiten oder Teilzeitverträgen trotz Zweischichtsystem entgegen. "Und das Unternehmen übernimmt die Kosten für die Kindergartenbetreuung", ergänzte sie. Kaum hatte Christine Lieberknecht diese Botschaft empfangen und sich freundlich für ein kleines Geschenk bedankt, das Micro-Hybrid eigens für ihre Thüringentour fertigte, traf sie bei ihrem Rundgang auf Christine Lesch (34) und Stefan Apel (29). Christine Lesch, sie ist Mutter von drei Kindern im Alter von acht bis 12 Jahren und leitet den Vertrieb Infrarot-Komponenten und Systeme, lobt die Firma für ihre Familienfreundlichkeit. Seit 2010 sei sie hier tätig. Sie komme aus Ronneburg und trotzdem ihr Mann die ganze Woche berufsmäßig außerhalb unterwegs sei, könne sie Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen. Stefan Apel arbeitet seit vier Jahren bei Micro Hybrid. Der junge Mann hat seine Bachelorarbeit hier unter Dach und Fach gebracht, arbeitet in der Entwicklungsabteilung und absolviert derzeit sein Masterstudium an der Fachhochschule. "Das klappt alles ganz prima", freute sich auch der 29-Jährige.

Über 109 Mitarbeiter verfügt die Micro-Hybrid Gmbh derzeit. Die wirtschaftliche Entwicklung beschreiben die Firmenverantwortlichen als positiv. Im nächsten Jahr sollen knapp fünf Millionen für die Sanierung und Erweiterung des Firmengebäudes nebst technologischer Anlagen investiert werden. Die Firma produziert elektronische Aufbausysteme, mechanische Mikroelektroniksysteme, Sensorenbauteile und Hybridanwendungen für den globalen Markt und ist dabei Zulieferer für die Medizintechnik, die Automobilbranche, Umwelttechnologie sowie für die Luftfahrt.
 
Andreas Schott / 19.07.13 / OTZ