Selbstständige durch Gründungsberatung raus aus Hartz IV

Arbeit, Arbeitsmarkt, Bund

Berlin. – Auf Einladung des Ostthüringer Bundestagsabgeordneten und Arbeitsmarktexperten Albert H. Weiler (CDU) besuchten Vertreter des Grundsicherungsamtes Eichsfeld den Deutschen Bundestag, um ihr erfolgreiches Konzept zur Eingliederung von Selbstständigen mit Hartz IV-Bezug vorzustellen.

Grundsicherungsamtsleiter Ingo Steinicke präsentierte zusammen mit seinen Kollegen ein Modellprojekt in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Existenzgründung MOBIL aus Göttingen. Die Gründungsberatung MOBIL unterstützt Selbstständige durch professionelles Nachgründungscoaching sich so aufzustellen, dass weitere Hartz-IV-Leistungen zukünftig nicht mehr erforderlich sind. In einem ersten Schritt erfolgt eine genaue Bestandsaufnahme und Analyse des Geschäftsmodells. In einem zweiten Schritt beraten die Jobmanager über den Weg zu einer intensiven Unternehmensoptimierung. Sollte die Anfangsanalyse feststellen, dass das Geschäftsmodel nicht tragfähig ist oder bereits eine Insolvenz vorliegt, unterstützt MOBIL die Abwicklung und hilft bei der Neuausrichtung der Selbstständigkeit. „Damit stoßen wir bei den Betroffenen wichtige Veränderungsprozesse an. Oft können kleine Schritte viel bewirken. Ganz vorne steht der Schutz vor einer späteren Verschuldung“, erklärt Amtsleiter Ingo Steinicke. Die Finanzierung dieses Modelprojektes erfolgt durch die übliche Eingliederungszuweisung über das Grundsicherungsamt Eichsfeld.

„Die Ergebnisse dieses Pilotprojektes können sich sehen lassen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer dieser Maßnahme konnten spätestens nach sechs Monaten aus dem Hartz IV-Bezug entlassen werden. Ich rege im Bundesarbeitsministerium an, dass dieses wegweisende und erfolgreiche Modelprojekt auch in anderen Jobcentern im Freistaat und darüber hinaus durchgeführt wird“, sagte Albert Weiler, der als einziger Thüringer im Ausschuss für Arbeit und Soziales sitzt.

Von den insgesamt 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Eichsfelder Modellprojekt konnten 38 Prozent ihre Selbstständigkeit unter verbesserten Bedingungen durch zielführende Gründungsberatung erfolgreich ausbauen. Zudem gelang 15 Prozent die Beendigung des ALG II durch Integration in Arbeit. Weitere 15 Prozent haben den Sprung aus Hartz4-Leistungen nach spätestens 6 Monaten geschafft, erläuterte Albert Weiler.