Podiumsgespräch zum Arbeitsmarkt bei der Jenoptik AG

Arbeit, Arbeitsmarkt, Wirtschaft

Zu einem Expertengespräch mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Chancen und Herausforderungen des deutschen Arbeitsmarktes“ lud der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler (CDU) gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Jenoptik AG, Dr. Michael Mertin, in die Räumlichkeiten des Jenaer Hauptsitzes des Photonik-Konzern ein.

Gemeinsam mit der Chefin der Jenaer Arbeitsagentur, Birgit Becker, sowie dem Werkleiter des städtischen Jobcenters jenarbeit, Eberhard Hertzsch, wurden im Podium vor allem die aktuellen Kennzahlen des regionalen Arbeitsmarkts, die Förderinstrumente zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und die Integrationschancen der angekommenen Flüchtlinge erörtert. Der Einladung zum Podiumsgespräch in die Carl-Zeiss-Straße folgten 80 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Jenaer Mittelstand und der Region.

„Der deutsche Arbeitsmarkt erfährt seit Jahren eine positive Entwicklung. In der laufenden Legislaturperiode erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,6 Millionen Menschen auf 31,4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dies entspricht einem Anstieg von fast 5,4%. Insgesamt sind heute 43,4 Millionen Menschen erwerbstätig“ konstatiert Albert Weiler in seiner Eröffnungsrede. Der Bundestagsabgeordnete verwies während der Veranstaltung auch auf jene Problemfelder, die im engen Zusammenhang mit der Arbeitsmarktentwicklung stehen. So sei die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, nur marginal. Für die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bedürfe es einer Politik der kleinen Schritte. Mit Sorge blickt Weiler auf das negative konjunkturelle Signal, das der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ausgelöst habe. Gerade in der von den Briten abhängigen Exportindustrie könnten künftig zunächst geplante Stellen unbesetzt bleiben und damit den seit Jahren anhaltenden Beschäftigungsabbau bremsen. „Zudem stehen demografischer Wandel und Fachkräftemangel in einem engen Zusammenhang. Gerade der Mangel an Handwerkern und Facharbeitern in Kombination mit einer immer älter werdenden Gesellschaft betrifft vor allem unsere heimische Wirtschaft, beschäftigt uns stetig und muss dringend gelöst werden. Dass in diesem Zusammenhang die rot-rot-grüne Landesregierung aufgrund kaum spürbarer finanzieller Einsparungen das gut ausgebaute Thüringer Berufsschulnetz aufs Spiel setzt, ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Gerade die Jenaer Berufsschulen und die regionale mittelständische Wirtschaft werden unter den drohenden Veränderungen massiv leiden. Dagegen müssen sich Politik und Wirtschaft gemeinsam wehren“, so Albert Weiler.