Müssen drogenabhängigen Müttern helfen

mgross_awaildh63_b8eln Arbeit und soziale Sicherheit

Im Suchthilfezentrum „Wendepunkt“ für drogenabhängige Mütter in Wolfersdorf treten die Schattenseiten unserer modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft offen zutage. Längst sind Drogen wie Crystal Meth auch in unserer Region auf dem Vormarsch, haben unzählige Menschen in die Abhängigkeit geführt, ganze Familien, Freundschaften und Lebensläufe zerstört.

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (CDU) hat bei seinem Besuch des Suchthilfezentrums in der vergangenen Woche hautnah miterleben können, wie schwer der Weg zurück in die Normalität für alle dort untergebrachten Frauen ist. „Diese jungen Mütter sind meist alleinerziehend, ohne Berufsausbildung und haben wenig Hilfe erfahren. Umso wichtiger ist jetzt die gesamtgesellschaftliche Unterstützung“, so Weiler.
 
Für eine dauerhaft erfolgreiche Wiedereingliederung müsse laut Einrichtungsleiterin Manuela Hochstein auch die langfristige Kostenübernahme durch das Sozialamt und das Jobcenter gewährleistet werden. Nach wie vor sei die Zuständigkeit beider Institutionen bei der Finanzierung der Suchthilfetherapie, zu der unter anderem auch die Unterrichtung im Hauswirtschaften gehört, unklar. Jobcenter und Sozialamt würden allenfalls für eine einjährige Therapie aufkommen und sich danach aus der Verantwortung ziehen. „Wir benötigen unbedingt die Klärung der Kompetenzfrage, insbesondere weil im Falle der drogenabhängigen Mütter auch noch das Jugendamt als Behörde für die betroffenen Kinder aktiv wird“, meint Albert Weiler. „Wer glaubt, eine jahrelang drogenabhängige Person sei nach einem Jahr vollkommen therapiert und in den Arbeits- und Lebensalltag integrierbar, der verkennt die Realität. Wenn die Frauen durch eine längere Förderung vollständig therapiert werden können, steigt damit auch die Chance einer Eingliederung in den Arbeitsmarkt erheblich. Letzten Endes sinkt dadurch gleichzeitig die Belastung für den Steuerzahler, spätestens wenn die Frauen als Arbeitnehmer Sozialabgaben entrichten“, so Weiler weiter. 
 
Der Abgeordnete möchte dem Thema in nächster Zeit in Berlin Gehör verschaffen und wird sich hierfür mit den entsprechenden Institutionen und Entscheidungsträgern in Verbindung setzen. Weiler selbst favorisiert die Betreuungskompetenz durch das Jobcenter. So könne der Bund ohne Umwege über die Länder die notwendigen Mittel direkt akquirieren. „Es muss geprüft werden, ob die Einrichtung eines speziellen Fonds innerhalb des Jobcenters für eine solche Form der Suchttherapie im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten liegt. Wir sollten die Betroffenen und ihre Kinder nach allen Kräften bei Ihrem Weg zurück in ein geregeltes Leben unterstützen und dürfen ihnen nicht zusätzlich Steine in den Weg legen. Hier müssen Politik und Gesellschaft klar Verantwortung zeigen“, meint Weiler.
 
Auf dem Bild zu sehen (v.l.n.r.: Frau Groh, Suchttherapeutin im „Suchthilfezentrum für Mutter und Kind Wendepunkt in Wolfersdorf“; Helmut Kreuter, Geschäftsleitung WENDEPUNKT e.V.; Albert Weiler MdB; Manuela Hochstein, Einrichtungsleiterin des „Suchthilfezentrum für Mutter und Kind Wendepunkt in Wolfersdorf“)