Meine Einschätzung zu den gestrigen Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin vom 03.03.2021

Robert Weiß Bund, CDU, Coronavirus, Deutschland, Gesundheit, Kinder und Jugend, Kommunales, Ländlicher Raum, Parteien, Regierung, Schule, Thüringen, Wirtschaft

Jeden Tag erreichen mich aus meinem Wahlkreis Nachrichten von verzweifelten Menschen, die auf dem Zahnfleisch gehen. Unternehmer, Rentner, Mütter, Väter, Kinder. Soziale Isolation, keine Beschulung, Sorge vor dem wirtschaftlichen Ruin.

Alle diese Ängste spiegeln sich NICHT in den gestrigen Beschlüssen wieder. Es wird sich weiter auf starre Inzidenz-Werte konzentriert und weitere entscheidende Faktoren außen vor gelassen. Viel wichtiger als die 7-Tage-Inzidenz ist doch z.B. die Anzahl schwerer Verläufe, die Inzidenz bei über 60-jährigen, die Todeszahlen in einem Landkreis. Und all das muss an die Durchimpfungsquote  gekoppelt werden. Die Kompetenzen müssen von den Ländern zurück an die Kreise gegeben werden. Vor Ort kann man die Lage am besten einschätzen und reagieren. In Folge eines Corona-Ausbruchs im Altenheim, der die 7-Inzidenz hochtreibt, müssen weder Läden, noch Schulen oder Kindergärten geschlossen werden.

Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, wieso die starren Inzidenzen auch dann angewendet werden, wenn doch ohnehin nur negativ getestete Menschen in einen Laden, ins Kino oder die Gaststätte dürfen. Wenn eine Familie negativ getestet ist, wieso sollen sie dann nicht in einen Zoo gehen können, auch wenn die Inzidenz über 100 ist?! Wenn sich alle Bürger mittels Selbsttest 2 mal in der Woche testen können, dann kann die Inzidenz auch 1000 sein, wenn ausschließlich negativ getestete Menschen ins Restaurant usw. können. Der Staat muss den Menschen wieder die Verantwortung übertragen, statt zu bevormunden.

Ich finde es beschämend, dass ganze Branchen, wie Hotelerie, Kulturschaffende und Reiseveranstalter es anscheinend nicht wert sind, dass sich die MPK gestern mit ihnen beschäftigt hat. Über diese Branchen wird dann erst am 22.03. gesprochen.

Zum Schluss mein Appell an die CDU Ministerpräsidenten: Besinnen Sie sich auf Ihre Wurzeln, hören Sie auf die Menschen in Ihrem Bundesland, fühlen Sie, wie es den Menschen geht und tun Sie bitte nicht jeden kritischen Geist als Coronaleugner ab. So geht man in einer Demokratie nicht mit einander um. Beziehen Sie endlich die Nebenwirkungen dieses langen Lockdowns mit in Ihre Entscheidungen ein. Inzidenzen sind nicht alles!