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Landesregierung muss Spucktests für alle Kindergärten beschaffen

Robert Weiß Bildung, Coronavirus, Gesundheit, Kinder und Jugend, Kinderbetreuung, Kommunales, Ländlicher Raum, Thüringen

Ein Brief des Thüringer Bildungsministeriums vom 19. Februar an die Träger der Kindergärten sorgte für Unmut bei dem Thüringer Bundestagsabgeordneten Albert Weiler.

„Es ist ja prinzipiell schon zum Kopfschütteln, dass am Freitagabend noch nicht klar ist, was am Montagmorgen gilt. Das nun aber die Träger der Kindergärten de facto drei Tage Zeit haben, um ein umfangreiches Testkonzept zu erarbeiten und dem Ministerium zu übermitteln, erbost mich“, so der Bundestagsabgeordnete.

Es sei die Aufgabe der Landesregierung eine Teststrategie für Kindergärten und Schulen zu erarbeiten. Als Armutszeugnis für das Land Thüringen bezeichnet Weiler das aktuelle Vorgehen des Bildungsministeriums. „Die Landesregierung wälzt die Verantwortung für Testkonzepte auf die kleinste Einheit ab, statt sich selber Gedanken zu machen, wie Kinder und Mitarbeiter der Kindergärten geschützt werden können.“

Als ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Milda muss Weiler bis Freitag ein Testkonzept für den Kindergarten „Kneippzwerge“ in Milda erarbeiten. In einem offenen Brief an den Bildungsminister Holter schlägt er vor, sich bei der Teststrategie an der Stadt Potsdam zu orientieren. Dort versorgt die Stadt alle Kindergärten mit ausreichend Spucktests, sodass die Kindergärtner und Kindergärtnerinnen zweimal in der Woche vor Arbeitsbeginn zu Hause einen solchen Schnelltest durchführen können. Dafür braucht es keine Schulung, kein medizinisches Personal und keinen schmerzhaften Nasenabstrich. Für Weiler ein Modell, dass die Landesregierung schnellstmöglich für ganz Thüringen ausrollen sollte.

„Spucktests wären jetzt kurzfristig eine enorme Erleichterung für das Personal in den Kindergärten und Schulen. Generell kann so schnell wieder eine Normalisierung des Lebens erreicht werden. Ich bitte die Landesregierung und speziell den Bildungsminister darum, ihre Pflicht wahrzunehmen und schnellstens ausreichend Spucktests für die Kindergärten zur Verfügung zu stellen, statt die Verantwortung auf die Kommunen zu schieben“, erklärt Weiler abschließend.