Kino Metropol zeigt Dokumentarfilm über Hinterbliebene der Maueropfer

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Gera. – Nach dem Ende dieser leisen Dokumentation am Montagabend blieb es still im Kinosaal. Der Regisseur Stefan Weinert hat mit dem intensiven Film „Die Familie“ die Angehörigen der Opfer an der innerdeutschen Grenze zu Wort kommen lassen und dem Zuschauer einen bewegenden Eindruck von der Schwere ihrer Trauer vermittelt. Jeder dieser Tode war auch im Rückblick sinnlos, hat ein junges Leben ausgelöscht und eine Familie traumatisiert zurückgelassen. Im anschließenden Gespräch bedankte sich der Moderator des Abends, der Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler (CDU), bei den Zuschauern, dass sie die Stille ausgehalten und zunächst auf den üblichen Applaus für den Regisseur verzichtet haben. „Der Film wird uns noch weiter beschäftigen“, ist sich der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete sicher. Er appelliert dieses Kapitel deutscher Geschichte gründlicher aufzuarbeiten. Es sei wichtig, dass dieser Film in den Schulen gezeigt werde, sobald er im November als DVD erscheint. Der Film benötige einen angemessenen Sendeplatz im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Dafür will der Politiker in Berlin um politische Unterstützung werben.

Regisseur Weinert nennt Unwissenheit und Berührungsangst als gesellschaftliche Probleme. Es gebe nach wie vor wenig Empathie für die Opfer. „Mich hat am stärksten verletzt, dass die meisten ihre Schuld nicht eingestehen wollten“, klagt eine der Hinterbliebenen, die durch diesen Film eine Stimme bekam. Regisseur Weinert beschreibt wie mühsam es war mit den Familien der Opfer ins Gespräch zu kommen. Im Verlauf haben sie sich dankbar gezeigt, dass sie reden durften über das erfahrene Unrecht.

Die Veranstaltung wurde organisiert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. in Gera.