IDD-Richtlinie beschäftigt auch Versicherungsmakler vor Ort

Arbeit

Während seiner Bürgersprechstunde empfing der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Albert H. Weiler (CDU) den Schkölener Versicherungsmakler Steffen Moser, um mit ihm über die beabsichtigte Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) zu diskutieren. Die vor einem Jahr beschlossene EU-Vertriebsrichtlinie IDD ersetzt die Versicherungsvermittlerrichtlinie aus dem Jahr 2002 und soll nun in nationales Recht umgesetzt werden. So sollen die Anforderungen an Versicherungsvermittler und deren Informations- und Dokumentationspflichten gegenüber dem Kunden neu geregelt werden. Neben Weiterbildungs- und Transparenzpflichten enthält die Richtlinie Neuerungen für die Vergütung von Vermittlern. Provisionen dürfen demnach nur noch fließen, wenn sie den Verbraucher nicht benachteiligen. Zudem ist die Richtlinie wesentlich breiter gefasst und gilt nicht nur für Vermittler von Versicherungen, sondern für alle Vertriebswege und auch für alle Versicherungssparten.

Während des Gesprächs mit dem Bundestagsabgeordneten verwies Steffen Moser darauf, dass der Gesetzentwurf zur Umsetzung der IDD-Richtlinie seiner Auffassung nach zu tief in den Alltag und die Geschäftsgrundlage von selbstständigen Maklern eingreifen würde. Für Moser stehe die Kundenorientierung im Mittelpunkt seiner täglichen Arbeit. Geht es nach ihm, sollen auch künftig Kunden und Versicherungsmakler gemeinsam abwägen können, entweder einen Versicherungstarif mit Courtage durch den Versicherer, oder einen „Nettotarif“ mit gleichzeitigem Honorar, das durch den Kunden direkt zu zahlen ist, auszuwählen. Im Umsetzungsgesetz sind hingegen schärfere Bestimmungen für die Vermittlungsleistung der Makler vorgesehen. Unterdessen haben Albert Weiler in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Anfragen, darunter auch Kritik, bezüglich der Umsetzung der IDD-Richtlinie erreicht.

Bundestagsabgeordneter Weiler wird die von Stefan Moser vorgebrachten Argumente in der kommenden Sitzungswoche in die CDU/CSU-Bundestagsfraktion einbringen und sie zur Diskussion stellen. „Mit Vorgabe der Europäischen Union, ist die IDD-Richtlinie bis zum 23. Februar 2018 in geltendes nationales Recht umzusetzen. Es gilt dabei sowohl die Interessen der Kunden- und Versichertengemeinschaft als auch die Interessen der Versicherungsvermittler abzuwägen. Der Verbesserung des Verbraucherschutzes muss im Zuge der gesetzlichen Neuregelungen Rechnung getragen werden. Zugleich darf nicht unerwähnt bleiben, dass es in Thüringen derzeit ca. 800 Makler gibt, die direkt von der Umsetzung der IDD-Richtlinie betroffen sind. Im Zuständigkeitsbereich der IHK Gera sind es allein 450 Makler. Es ist davon auszugehen, dass jedes Maklerbüro ein bis zwei Angestellte beschäftigt. Im Falle der Einschränkung der beruflichen Freiheit des betroffenen Berufsfeldes stünden folglich zahlreiche Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das gilt es bei der Umsetzung der Richtlinie dringend zu berücksichtigen“, argumentiert Albert Weiler.