Ein Teil des großen Ganzen

Bildung

Vom 5. bis 23. September absolvierte Jonathan Overmeyer ein Praktikum im Deutschen Bundestag und unterstütze Dr. h.c. Albert H. Weiler MdB bei seiner parlamentarischen Arbeit in dessen Bundestagsbüro. Nachfolgend der Bericht über das dreiwöchige Praktikum:

Ein Teil des großen Ganzen – mein dreiwöchiges Praktikum im Deutschen Bundestag

Ich muss zugeben, dass ich schon etwas aufgeregt war, als ich an meinem ersten Arbeitstag im Bundestag aus der S-Bahn am Brandenburger Tor stieg. Diese Aufregung wurde mir jedoch schneller wieder genommen, als ich gedacht hätte. Das Büro von Bundestagsabgeordneten Albert H. Weiler war von Anfang an sehr sympathisch und stets darauf bedacht, dass ich als Praktikant so viel wie möglich von diesen drei Wochen mitnehmen kann. Mir wurde vermittelt, dass ich einen umfassenden Einblick in den politischen Prozess bekommen sollte, den man als Außenstehender so nicht bekommt. Als Student der Politikwissenschaft weiß ich natürlich einiges über Institutionen und Gesetzgebungsprozesse aber erst wenn man einmal Teil des Ganzen war, kann man die Arbeitsweise im Bundestag wirklich nachvollziehen, meine ich rückblickend.

Nachdem die Formalia geklärt war und ich im Besitz meines eigenen Hausausweises war, sollte die Arbeit aber auch schon losgehen – ich wollte und sollte gefordert werden. Ich bekam schnell den Eindruck, dass es Herrn Weiler und seinen Mitarbeitern wichtig war, dass ich möglichst viele Aufgabenfelder einmal bearbeitet hatte. Zum täglichen Büroalltag gehörte es also vor allem Pressemitteilungen zu verschiedenen Themen im Wahlkreis, aber auch zum tagespolitischen Geschehen in der Bundesrepublik zu entwerfen. Als sehr angenehm und ermutigend empfand ich es, dass ich mit einem Verweis zu den etwaigen Mitteilungen, auf „meine“ Veröffentlichungen aufmerksam gemacht wurde. Damit wurde mir immer das motivierende Gefühl vermittelt, dass ich wirklich meinen Teil beitragen konnte und dies auch anerkannt wurde. Neben kleineren Rechercheaufgaben bestand der Arbeitstag vor allem darin den Abgeordneten mit in die Arbeitsgemeinschaften der Fraktion, die Ausschüsse oder ins Plenum zu begleiten. Zuhören, aufpassen – wenn Herr Weiler selbst nicht zu gegen sein konnte – mitschreiben, gegebenenfalls Bericht erstatten.

Da Herr Weiler Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales ist, durfte ich mich mit zwei sehr spannenden und besonders wichtigen Themen konfrontiert sehen. Neben dem heiß diskutierten Rentenausgleich Ost-West war dabei auch das Bundesteilhabegesetz immer wieder zugegen. So konnte ich miterleben, wie die Stimmen innerhalb der Fraktion gebündelt wurden, externe Verbände ihre Sicht der Dinge einfließen lassen konnten, im Ausschuss ein Austausch mit den anderen Parteien des Bundestages stattfand und letztendlich im Plenum über den Gesetzentwurf gestritten wurde.

Als Praktikant bei der CDU/CSU-Fraktion, besonders im Büro von Albert Weiler, zu arbeiten würde ich aber nicht nur deswegen als unglaubliche Chance ansehen. Nicht nur, dass ich die Möglichkeit hatte einem Kongress der Fraktion zu Religionsfreiheit beizuwohnen, bei dem unter anderem Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als Rednerin anwesend war, sondern auch das von der Fraktion zusammengestellte Praktikantenprogramm ließ mich beeindruckende Erfahrungen sammeln. Spitzenpolitiker wie Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble oder auch der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder nahmen sich ausgiebig Zeit, um mit uns Praktikanten zu reden und zu diskutieren, um ihre Sicht der Dinge darzustellen.

Ich bin unglaublich dankbar für die Zeit, die ich im Bundestag und besonders im Büro von Bundestagsabgeordneten Albert Weiler und seinem Team verbringen konnte. Ich habe die Chance bekommen das bisher im Studium Gelernte anzuwenden aber auch zu reflektieren. Hätte ich mir während der Arbeitszeit nicht ab und zu ein paar Notizen gemacht, wäre es mir schwer gefallen die unglaublich schnell vorbeigegangen drei Wochen noch einmal zusammenzufassen. Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass ich als Praktikant so tiefe Einblicke bekommen konnte und auf welche positive und fordernde Art und Weise ich in den Arbeitsprozess eingebunden wurde. Dies bestätigte sich mir unter anderem auch in einigen Gesprächen mit Praktikantinnen und Praktikanten anderer Büros im Bundestag.

Vielen Dank für Ihre Zeit und für die lehrreichen Erfahrungen, die ich machen durfte.

Hoffentlich bis bald,

Jonathan Overmeyer, Praktikant