Bundestagsabgeordneter Weiler besucht Landespolizeiinspektion Saalfeld

Ben Koppe Innere Sicherheit, Ländlicher Raum

Albert Weiler, direktgewählter Bundestagsabgeordneter im heimischen Wahlkreis, hat sich über die Arbeit der Landespolizeiinspektion (LPI) in Saalfeld informiert. Im Gespräch mit dem Leiter des Inspektionsdienstes, Heiko Steinbiß, standen neben allgemeinen sicherheitspolitischen Themen auch regionale polizeiliche Schwerpunkte im Fokus. An dem Termin nahmen außerdem Herr Uwe Köhler, Leiter des Sachbereichs Kriminalitätsbekämpfung und Herr Jörg Dörfer, amtierender Leiter der Führungsgruppe, teil.

Eines wurde bereits zu Beginn des Gesprächs deutlich. Personalüberschuss hat die LPI nicht zu verzeichnen. Mit nur zirka 560 Mitarbeitern wird das 2600 km²-große Einsatzgebiet, bestehend aus den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla und Sonneberg, abgedeckt. Nach Plan sollten es eigentlich zirka 90 Mitarbeiter mehr sein. Man bewege sich deshalb an der Grenze des Machbaren, betonen die Gesprächsteilnehmer. „Man darf die ländlich geprägten Landkreise personell nicht austrocknen. Gerade auf dem Land macht sich dies bemerkbar, denn wo Polizeistandorte weggerechnet werden oder gar ganz wegfallen, werden selbstverständlich auch die Anfahrtswege in einem Einsatz länger.“, unterstreicht Albert Weiler.

Die Beamten sehen dies ebenso und meinen, dass Polizei im ländlichen Raum präsent sein muss. Wenn die Ordnungshüter sich hier zurückziehen würden, dann sorge das möglicherweise dafür, dass die Hemmschwelle von Tätern herabsinkt und zu weiteren Straftaten animiert werden. Auch bliebe zu befürchten, dass das Anzeigeverhalten in der Bevölkerung nachlasse, wenn die Polizei im ländlichen Bereich nicht mehr bürgernah agiert.
„Es ist doch nur verständlich, dass Polizisten frustriert sind, wenn Sie ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Hinzu kommt häufig noch, dass Straftaten festgestellt werden, aber im weiteren Verlauf durch die Justiz nicht weiter verfolgt werden, weil auch diese Institutionen überlastet sind. Wenn einem Vergehen keine Strafe folgt, gefährdet das unsere grundlegende Gesellschaftsordnung. Ich setzte mich dafür ein, damit sich das wieder ändert, aber auch das Land ist hier ganz klar mit in der Verantwortung“, betont Weiler. Als Polizistin und Polizist habe man diesen Beruf gewählt, um die Bürgerinnen und Bürger vor Kriminalität zu schützen.

Erfahrungen im Kampf gegen Drogen haben die Beamten der LPI Saalfeld ausreichend. Grenznähe im Saale-Orla-Kreis und das SonneMondSterne-Festival in Saalburg, eines der größten Open-Air-Festivals der elektronischen Tanzmusik in Europa, haben die Erfahrungen wachsen lassen. Einerseits werden bei der jährlich einmaligen Großveranstaltung gehäufte Drogendelikte festgestellt, wobei mehr Kontrollen nach Aussagen durchaus sinnvoll wären.

Andererseits steigt die Zahl der Drogenabhängigen in Thüringen, auch im Bereich der LPI Saalfeld, nimmt sie in den letzten Jahren deutlich zu. Insbesondere die Droge „Crystal Meth“ verbreitet sich immer weiter und ist aufgrund der Langzeitwirkungen und des ausgesprochen hohen Suchtpotentials besonders gefährlich.
„Wer denkt, dass diese Gefahren weit weg von den eigenen Kindern sind, der irrt sich gewaltig. Es ist unfassbar, welche Verbreitung dieses Gift in unserer Region hat. Ich warne Schulklassen bei jeder Gelegenheit. Die Jugendlichen sollten sich vor Augen führen, dass man nach mehrjährigem Konsum von Crystal Meth durchaus nicht mehr in der Lage ist, seinen Namen richtig zu schreiben. Ich sehe aber auch, dass manche Schulen die Augen vor der Problematik verschließen“, berichtet Albert Weiler sehr emotional.

Weiler begrüße deshalb ausdrücklich jede Präventionsarbeit in diesem Bereich. Die Polizeibeamten seien zwar regelmäßig in Schulen unterwegs um aufzuklären, betont Uwe Köhler. Aber die Polizei könne nicht immer zu den Jugendlichen vordringen und sei auf Unterstützung angewiesen.

„Maik Kowalleck und Dr. Steffen Kania haben einen wichtigen Antrag zur nächsten Kreistagssitzung am 24. April eingebracht, welchen ich ausdrücklich unterstütze“, erklärt der Bundestagsabgeordnete. Die beiden Mitglieder der CDU-Fraktion im Kreistag möchten, dass der Landkreis ein Netzwerk „Courage gegen Drogen“ im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt aufbaut, das sich am Beispiel der vorhandenen Strukturen und der Koordinierungsstelle im benachbarten Saale-Orla-Kreis orientiert. Ein solches Netzwerk soll die Aktionen der bereits im Kampf gegen Drogen engagierten Akteure bündeln und den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen.