Bundestagsabgeordneter besucht Fachkrankenhaus auf Schloss Friedensburg

Robert Weiß Arbeit, Gesundheit, Kommunales, Ländlicher Raum, Thüringen

Junge armenische Ärztin berichtet vom ersten Jahr in Deutschland

Saalfeld. – Ein besonderes Wiedersehen gab es vergangene Woche im Fachkrankenhaus für Dermatologie auf der Friedensburg bei Leutenberg. Der direkt gewählte Ostthüringer Bundestagsabgeordnete Albert Weiler (CDU) hatte sich aufgemacht nicht nur die idyllisch gelegene Klinik zu besichtigen, sondern vor allem der 30-jährigen Ani Avagyan einen Besuch abzustatten. Die junge Armenierin aus der Landeshauptstadt Jerewan war viele Monate als Hospitantin in Leutenberg tätig. Seit ein paar Wochen hat sie eine Berufserlaubnis. „Unsere Wege haben sich über das Deutsch-Armenische Forum gekreuzt, welches ich 2015 gegründet habe. Unser Forum will das Verständnis für Deutschland in Armenien ebenso wie das Verständnis für Armenien in Deutschland fördern und damit einen Beitrag zu den deutsch-armenischen Beziehungen auf allen Ebenen leisten.“, erklärt Weiler. Und das war im Fall von Ani Avagyan auch nötig. Ausgestattet mit Bestnoten in Schule und Studium hatte sich die junge Frau in der Leutenberger Hautklinik beworben. „Ich wollte einfach meine Fachkenntnisse weiterentwickeln und international Erfahrungen sammeln. Im medizinischen Bereich nichts Ungewöhnliches“, erzählt Frau Avagyan. Sprachbarrieren stellten für die Medizinerin weniger ein Problem dar, als die bürokratischen Auflagen für einen Aufenthalt in Deutschland. In einem Sprachkurs an der Universität erlernte sie in kürzester Zeit alle nötigen Sprachkenntnisse, welche nun auch nach praktischer Anwendung fließend sitzen. Bei den bürokratischen Hürden konnte wiederum Albert Weiler und das Deutsch-Armenische Forum helfen. „Nach Gesprächen mit den Botschaften beider Länder und einer Menge Formulare konnten wir Frau Avagyan dann schließlich den Weg nach Leutenberg ebnen. Vorteilhaft war natürlich auch, dass das Fachkrankenhaus auch Mitglied unseres Forums ist“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Mit einer vorrübergehenden Aufenthaltserlaubnis ausgestattet erfüllt sich für die junge Frau nun der berufliche Wunsch. Nach schwierigen Fachsprachprüfungen, welche mit Bravur gemeistert wurden, steht  vor allem die Weiterqualifikation nach deutschen Standard auf dem Programm. Dabei scheint es wenig geeignetere Adressen als das Fachkrankenhaus auf der Friedensburg zu geben.  Das Fachkrankenhaus für Dermatologie ist seit seiner Eröffnung  1993 Anlaufpunkt für Patienten mit   Haut- und chronisch degenerativen Erkrankungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Aber auch internationalen Patienten kommen immer öfter in das hoch spezialisiertes (Akut-) Krankenhaus.

Geschäftsführerin und Chefärztin Silke Herold findet für die Leistungen ihres neuen Schützlings klare Worte. „Bei einer Hospitation im vergangenen Jahr konnten wir uns einen ersten Überblick von ihrer Person und ihren Leistungen machen. Und übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Frau Avagyan mit ihrer freundlichen und angenehmen Art, aber auch durch ihren Fleiß und die fachlichen Kenntnisse, eine Bereicherung für unser Krankenhaus ist.“

Auf Nachfrage Weilers ob es die junge Armenierin bereue den ländlichen Raum in Thüringen statt einer Großstadt gewählt zu haben, reagiert diese mit einem Lächeln. „Wenn ich meiner Familie und Freunden Bilder von hier schicke, sind alle ganz neidisch, weil es so schön ist. Die Natur und das historische Gebäude sind einfach traumhaft“, schwärmt die Ärztin. Und in der Tat hat Schloss Friedensburg einiges an Geschichte vorzuweisen. Die Baugeschichte der Burganlage beginnt im 9. Jahrhundert. Eine mittelalterliche Burg ist ab dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Zwischen 1491 und 1525 setzte wieder eine rege Bautätigkeit an der Burg ein, bei der sie ihr heutiges Aussehen erhielt. In der Folgezeit wurde die Schlossburg immer wieder von Bränden heimgesucht. Nach dem Wiederaufbau diente die Schlossburg, die sich seit 1935 als Ferienheim und später als Haus für den Ministerrat der DDR. Zwischen 1991 und 1993 wurde sie erneut und seitdem umfassend und fortlaufend saniert.

Für alle Beteiligten scheint klar zu sein das eben diese Vorzüge aus Natur und Historie ein wichtiger Schlüssel für die Erfolgsgeschichte der Klinik, aber auch für die Gewinnung  junge Mitarbeiter, sind. Zusammen mit dem Deutsch-Armenischen Forum möchte man deshalb die Zusammenarbeit ausbauen und auch anderen Berufsfelder eine Aus- und Weiterbildung nach deutschem Standard ermöglichen. Demnach gebe es bereits Ideen eine Kooperation im Bereich von Pflegepersonal anzustreben.