Bundestag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Bund, Geschichte

Seit nunmehr zwanzig Jahren wird der 27. Januar in der Bundesrepublik als „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. 2016 stehen die über 13 Millionen Menschen, die im nationalsozialistischen Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten, im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages.

Zuvor wurde die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ vom Bundestagspräsident Norbert Lammert im Paul-Löbe-Haus eröffnet. Dort hatte der Ostthüringer Bundestagsabgeordnete, Albert H. Weiler (CDU), die Möglichkeit, mit der Gastrednerin Prof. Dr. Ruth Klüger zu sprechen. „Für mich persönlich ist es sehr bedeutsam, Holocaustüberlebende zu treffen und zu sprechen, solange wir noch die Gelegenheit dazu haben. Wir dürfen nicht vergessen und müssen dafür Sorge tragen, dass auch unsere Kinder sich der geschehenen Verbrechen bewusst sind. Vor allem in den Schulen muss den jungen Menschen gelehrt werden, dass diktatorische Unrechtsregime jeglicher Art in unserer Gesellschaft nie wieder entstehen dürfen. Mein Sohn beschäftigt sich gerade in der 10. Klasse mit diesem Thema und ich lege Wert darauf, auch innerhalb der Familie über diese Gräueltaten zu sprechen. Die Geschichte darf sich keinesfalls wiederholen“, betont Christdemokrat Albert Weiler.

Die Gastrednerin Prof. Dr. Ruth Klüger wurde 1931 in Wien geboren und ist heute als Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin tätig. Als Kind wurde sie in verschiedene Konzentrations- und Arbeitslager, u.a. nach Auschwitz und Theresienstadt, deportiert. Später hat sie ihre Holocaust-Erfahrungen schriftstellerisch aufgearbeitet.