Bundestag erklärt Verbrechen an Armeniern zum Völkermord

Geschichte

Bundestagsabgeordneter Weiler: „Unser Ziel ist durch Anerkennung, Aufarbeitung und Versöhnung zu einer gemeinsamen Zukunft, einem friedlichen Miteinanderleben zwischen der Türkei und Armenien beizutragen''.

Der Deutsche Bundestag hat am 2. Juni fast einstimmig die Völkermord-Resolution verabschiedet. Darin wird die Ermordung der 1,5 Millionen Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord bezeichnet. Die Anerkennung des türkischen Genozides an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten im Osmanischen Reich seitens des Deutschen Parlamentes war für den Ostthüringer Bundestagsabgeordneten Albert H. Weiler (CDU), der zugleich Präsident des Deutsch-Armenische Forum e. V. ist, ein wichtiges Ziel. In diesem Zusammenhang begrüßt er die Verabschiedung der Resolution „Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916“.   

Albert Weiler hielt im Plenum zum Thema eine Rede. Deutschland habe die historische Verpflichtung, die jungtürkischen Gräueltaten beim Namen zu nennen und als Völkermord zu bezeichnen. „Die größte Herausforderung bleibt weiterhin die schonungslose, kritische und ehrliche Aufarbeitung und Anerkennung dieser Tatsache seitens der Türkei. Es fehlt bis heute noch ein eindeutiges Bekenntnis der türkischen Regierung zu dem Unrecht, das damals geschehen ist. Jenes schrecklichen Unrechts, das den Armeniern widerfahren ist'', so Albert Weiler.

Für ihn ist es erfreulich, dass es gerade in der heutigen Türkei Menschen gibt, die eine ehrliche Aufarbeitung und Versöhnung mit Armenien anstreben. Mit diesem Antrag wolle der Bundestag auch diese ehrwürdigen Frauen und Männer bestärken, die bereits mutige Schritte unternehmen, die sich kritisch mit diesem Teil ihrer Geschichte auseinandersetzen.

Der CDU-Politiker will auch bei dem schwierigen Verhältnis zwischen der Türkei und Armenien das erleben, was die Deutschen von Israel erlebt haben: Vergebung und Versöhnung. „Wir wollen keine Schuldzuweisungen. Unser Ziel ist durch Anerkennung, Aufarbeitung und Versöhnung zu einer gemeinsamen Zukunft, einem friedlichen Miteinanderleben in dieser Region beizutragen'', erklärte Albert Weiler.