Auftakt zum Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 in Milda

Ben Koppe Kommunales, Ländlicher Raum, Thüringen

Milda. Der diesjährige Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 hat am Montag mit einer Besichtigung der 800 Einwohner Gemeinde Milda im Saale-Holzland-Kreis begonnen. Bürgermeister Albert Weiler und sein 1. Beigeordneter Frank Liebert führten die 8-köpfige Jury zwei Stunden durch ihr Dorf. Im Zentrum der Tour standen der Kneipp-Kindergarten, die staatliche Grundschule und die freie Ganztagsschule. Letztere gehört mit 480 Schülern zu den größten ihrer Art in Ostthüringen. So konnte sich die Jury ein umfassendes Bild davon machen, wie Kinder ab 12 Monaten bis zum Abitur in Milda begleitet und geschult werden. Für eine Gemeinde dieser Größe ist das Bildungsangebot als ein Alleinstellungsmerkmal zu sehen. So lässt sich auch der stete Zuzug junger Familien aus der Stadt erklären, führte Albert Weiler aus. Da es in Milda und seinen 4 zugehörigen Ortsteilen mittlerweile keine Lücken mehr für neue Häuser gibt, prüft man gerade, wo neues Bauland erschlossen werden kann.

Auch in der restaurierten Kirche konnten die Gäste etwas Einzigartiges bestaunen. Für Gottesdienste in kalten Winterstunden findet sich im hinteren Teil der Kirche ein beheizter Raum, der mit Glasschiebetüren vom Rest des Gotteshauses abgeteilt werden kann.

Bei einer kleinen Kaffeepause auf dem Ferienbauernhof „Bei Matthesens“ wurde ausführlich über die sozialen und kulturellen Angebote Mildas gesprochen. Von einer Theatergruppe, die mittlerweile Auftritte über die Grenzen Mildas hinaus hat, über die jährliche Kirmes bis zu einem von Schülern organisierten Weihnachtsmarkt mit 2000 Besuchern wird in Milda vieles geboten. Erfreut zeigten sich die Gäste auch über die regelmäßigen Seniorennachmittage. Hier bietet die Gemeinde einen besonderen Service an. Das Gemeinschaftsfahrzeug der Feuerwehr wird kurzerhand als Seniorentaxi genutzt, um die älteren Dorfbewohner von zu Hause abzuholen bzw. heimzufahren.

Schließlich wurde noch die wirtschaftliche Entwicklung thematisiert. Auch hier hat Milda alles zu bieten, was eine intakte ländliche Struktur ausmacht. Ein großes Cateringunternehmen, mehrere Handwerksbetriebe und eine Agrargenossenschaft.

„Ich freue mich, dass wir an diesem Wettbewerb teilnehmen dürfen. Ich bedanke mich bei den Bürgerinnen und Bürgern die stets bei den Aktivitäten in der Gemeinde mitmachen. Ohne die gemeinsame Arbeit und das große Engagement wäre das alles nicht zu schultern“, resümierte Weiler abschließend.

Insgesamt haben sich zum Landeswettbewerb neben Milda 10 weitere Gemeinden als Ergebnis der drei Regionalwettbewerbe 2017 qualifiziert. Bis Ende August wird die Jury alle Gemeinden bereisen und nach gewissen Bewertungskriterien ein Gesamturteil erstellen. So spielen Entwicklungskonzepte, soziale Aktivitäten, Siedlungsentwicklung oder auch Grüngestaltung bei der Bewertung eine Rolle. Wichtig ist auch die Entwicklung des Dorfes durch die Aktivitäten der Dorfgemeinschaft. Auch da muss sich Milda nicht verstecken. In der Vergangenheit wurden sehr viele Projekte, wie die Sanierung des Kulturhauses im Ortsteil Dürrengleina, in Eigenregie durch die Dorfgemeinschaft geleistet.

Welche Gemeinde sich schließlich über den ersten Platz und ein großes Dorffest freuen darf, entscheidet sich im Herbst diesen Jahres.