Abgeordneter Weiler lehnt 4-Tage-Arbeitswoche als linken Wunschtraum ab

Robert Weiß Arbeit, Deutschland, Parteien, Wirtschaft

Berlin. – Der direkt gewählte Ostthüringer Bundestagsabgeordnete, Albert H. Weiler (CDU), sieht die aktuellen Vorschläge zur generellen Einführung einer 4-Tage-Arbeitswoche äußerst kritisch und lehnt eine Einführung zum jetzigen Zeitpunkt ab.

“Eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit für Vollzeitstellen auf 30 Stunden oder gar weniger pro Woche, in einigen Vorschlägen sogar bei vollem Lohnausgleich, ist ein lange gehegter Wunschtraum des linken Lagers, der nun im Schlepptau von Corona und unter dem Deckmantel der Krisenbewältigung durchgeboxt werden soll. Diesem Vorgehen und auch der Sache selbst kann ich momentan absolut nichts abgewinnen!”, positioniert sich Weiler entschieden gegen die 4-Tage-Woche.

Mit dem Kurzarbeitergeld und dessen möglicher Verlängerung auf 24 Monate stünde ein weltweit beneidetes und absolut wirksames Instrument zur Verfügung, um Arbeitsplätze trotz verminderter Produktion zu schützen. Eine solch grundsätzliche Veränderung, wie die Verkürzung der Vollzeitarbeit, sei nicht geeignet, um einer zeitlich begrenzten Krise zu begegnen.

“Wollen wir dann in zwei Jahren, wenn die Produktionslinien wieder hochgefahren sind und der Bedarf an Arbeitskraft steigt, die Arbeitszeit wieder anheben?”, fragt Weiler provokant. Das würde aus seiner Sicht dann wohl nur noch auf wenig Akzeptanz stoßen. Somit wäre die Verkürzung der Arbeitszeit eine Einbahnstraße, in die er momentan lieber nicht einbiegen möchte.

“Schon heute sehen wir in vielen Bereichen einen Mangel an Fachkräften, besonders häufig in Ausbildungsberufen. Eine Reduktion der Arbeitszeit bei gleichbleibender oder bald sogar wieder steigender Arbeitslast könnte diesen Mangel noch verstärken.”, bringt Weiler ein weiteres Argument ins Spiel. Außerdem sei der viel zitierte Punkt der Digitalisierung aus seiner Sicht nur ein Scheinargument: “Fortschreitende Digitalisierung bedeutet volkswirtschaftlich betrachtet nicht allgemein weniger anfallende Arbeit. Es bedeutet lediglich eine Verlagerung der Arbeitsschwerpunkte und sorgt dafür, dass Menschen künftig anders und in anderen Bereichen arbeiten werden als zuvor, aber mit Sicherheit nicht drastisch weniger.”

Weiler appelliere daher sowohl an den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), als auch an die Verbände und Gewerkschaften, nicht voreilig solche weitreichenden Vorschläge aufzugreifen und umsetzen zu wollen. Aus seiner Sicht sei die Zeit für eine branchenunabhängige Einführung der 4-Tage-Woche noch nicht gekommen.

Mit solchen Vorschlägen Wählerstimmen oder Gewerkschaftsmitglieder einfangen zu wollen schädige unsere Republik. Das solle jeder mit etwas Menschenverstand wissen und verinnerlichen.